Eugenio Coseriu (1921-2002)

Der Sprachwissenschaftler Eugenio Coseriu wurde 1921 im rumänischen Mihăileni geboren, einem kleinen Ort, der heute in der Republik Moldau liegt. Nach dem Studium in Rumänien und Italien wurde er im Jahre 1951 Professor für Allgemeine und Indogermanische Sprachwissenschaft an der Universität Montevideo (Uruguay). In den fünfziger Jahren entwickelte er die zentralen Fundamente seiner Sprachtheorie, die zunächst im Ausbau und der Ergänzung der strukturellen Sprachwissenschaft bestand. Die zentralen Arbeiten aus dieser Zeit setzten sich kritisch v.a. mit Ferdinand de Saussure auseinander und modifizierten bzw. ergänzten dessen Sprachauffassung u.a. im Rückgriff auf Wilhelm von Humboldt, Hegel und Aristoteles. Einige Arbeiten aus den fünfziger Jahren erschließen Bereiche, die über die strukturelle Betrachtung der Sprache hinausgehen, so wird etwa in Determinación y entorno (1955-56) erstmals eine Linguistik des Textes skizziert. 1961 kommt Coseriu nach Deutschland, zunächst nach Bonn und Frankfurt/Main und dann, ab 1963, als Ordinarius für Romanische Sprachwissenschaft an die Universität Tübingen. In den siebziger Jahren wird die Tübinger Schule Coserius zur einflussreichsten sprachwissenschaftlichen Schule der Romanistik, mit großer Wirkung auch über die Romanistik hinaus, vor allem im Bereich der allgemeinen Sprachwissenschaft und der Sprachphilosophie, aber auch in anderen Einzelphilologien.
Eugenio Coseriu starb am 7.9.2002 in Tübingen.


Eugenio Coseriu im Jahre 1986 am Neckar in Tübingen

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